“Die Zukunft liegt über dem Wasser” sagt Enzmann, der seit Ende der 60er-Jahre erfolgreich A-Cats und später die schwertlosen Modelle der Marke TOPCAT gezeichnet hat, “die nächste Generation segelt auf Tragflächen.” Ähnlich spektakulär wie schon die Moth-Jollen auf einer Mittelflosse soll auch der Mk1 eher fliegen, denn fahren. Spätestens seit dem Geschwindigkeitsweltrekord 2009 des dreimal so großen Trimarans “Hydroptère”, der auf einer 500-Meter-Strecke durchschnittlich 51,36 Knoten (fast 95 km/h) und in der Spitze mehr als 100 km/h schnell war, sorgen Tragflächenkonstruktionen im Wassersport weltweit für Aufsehen. Die Catlift GmbH & Co. Entwicklungs KG von Enzmann beschäftigt sich schon seit mehr als 20 Jahren mit diesem Prinzip und bringt nun mit dem foiler Mk1 eine schon an den ersten Messetagen viel beachtete Weltneuheit auf den Markt, deren bahnbrechende Technologien zum Patent angemeldet wurden.

Sein Potential verdankt das Boot konsequenter Leichtbauweise aller Komponenten in Epoxid-Carbon-Technologie bei gleichzeitig höchster Festigkeit. Komplett ausgerüstet mit Instrumenten und Lithium-Ionen-Akku, der vier bis sechs Stunden hält, wiegt der Tragflächen-Cat weniger als 140 Kilogramm. Wegen der hohen Fahrtgeschwindigkeiten wurde auch der Aerodynamik große Bedeutung beigemessen. Das Design ist schnittig und sieht schlicht gut aus. Das Cockpit wurde ergonomisch gestaltet und verspricht trockenes, komfortables Segeln. Angetrieben wird der Cat allein von einem 14-Quadratmeter-Folien-Großsegel. Auf den weiteren Turbo eines Flügelriggs verzichtete der Projektinitiator wegen zu aufwändiger Handhabung. Sein Boot soll in wenigen Minuten zusammengebaut und segelklar sein.

Der Clou des foiler Mk1 sind seine T-förmigen Tragflächenschwerter, die seitlich hochgeklappt werden können, damit der Vorteil eines Kats, das Ablegen und Anlegen im flachen Wasser, erhalten bleibt. Die beiden Seitenschwerter sind nicht starr senkrecht angeordnet, sondern zur Seite nach außen gespreizt. Dadurch entsteht an der Lee-Tragfläche nicht nur der erforderliche Auftrieb, um die “Flughöhe” zu gewährleisten sondern gleichzeitig Druck nach Luv, was die Abdrift mehr als halbiert. Den “Luff-Push-Effekt” unterstützt die Luv-Tragfläche, die automatisch negativ angestellt wird, wenn die Flughöhe nach oben zunimmt, und dann nicht nur Sog nach unten sondern auch nach Luv erzeugt. Durch das enorme aufrichtende Moment wird der Cat hoch am Wind noch schneller und kreuzt mit wenig Abdrift besonders gut.

Die Steuerbewegungen, die über verstellbare Pedale und Schubstangen auf das Tragflächenruder erfolgen, können viel geringer ausfallen, was die Bedienung erheblich erleichtert. “Der Mk1 ist überhaupt nicht schwierig zu segeln.”

Beweisen will der “bayerische Catamaran-Papst”, wie er in der Multihullszene oft genannt wird, das alles ab März in Praxistests auf dem Walchensee. Gesegelt wird dank doppelter Großschotführung wahlweise allein aus dem hinteren Cockpit, wo die Instrumente mit Touchscreen-Bildschirm ins Armaturenbrett eingelassen sind, oder zu zweit. Die Liegesitze sind herausnehmbar, ebenso wie die gesamte Instrumententafel mit Computer und der Akku gegen Diebstahl gesichert werden können. Zwei Anschnallgurte sind optional, das Tragen eines Helms empfohlen, auch wenn das Gerät als vergleichsweise kentersicher eingestuft wird.